Die 3a fragt, die Feuerwehr Edling antwortet!

In den kommenden Wochen stellen wir ein gemeinsames Projekt der Franziska-Lechner Grundschule und der Freiwilligen Feuerwehr Edling vor.

Die 25 Schülerinnen und Schüler der Klasse 3a konnten sich Fragen überlegen, die sie schon immer mal den Feuerwehrmännern und Feuerwehrfrauen stellen wollten. Wir bedanken uns für die Zusammenarbeit bei der Klassenleitung der 3a, Frau Schwarzer und Herrn Walther.

Ein Schüler fragt: „Seit wann gibt es die Feuerwehr?“

Bereits im alten Ägypten und bei den Römern gab es so eine Art Feuerwehr, also Menschen die zusammenkamen und mit Wasser versuchten Brände zu löschen. Im Mittelalter wurden die Städte immer größer und diese waren sehr eng bebaut. So kam es immer öfters zu großen Bränden, bei denen oft sogar die ganze Stadt abgebrannt ist. Übrigens wurde der Feuerwehrschlauch erst im 17. Jahrhundert erfunden und bestand aus reinem Leder, zuvor bildeten die Menschen die sogenannten Eimerketten.

Die Feuerwehr Edling und Steppach wurde 1874 gegründet und eilte auch beim großen Wasserburger Stadtbrand am 1.Mai 1874 zur Hilfe. Der erste Kommandant war Engelbert Hiebel. Seitdem hat sich viel getan und die Feuerwehren sind heutzutage mit großen Fahrzeugen und viel mehr Technik ausgerüstet, um effektiv helfen zu können.

Eine Schülerin fragt: „Wer ist der Boss in der Feuerwehr?“

Der „Boss“ einer Feuerwehr ist der Feuerwehrkommandant. Er wird auch als „Leiter einer Feuerwehr“ bezeichnet. Der Feuerwehrkommandant wird für 6 Jahre von den Feuerwehrmännern und -frauen in einer geheimen Wahl gewählt. Dafür muss er gewisse Voraussetzungen erfüllen, er muss beispielsweise mindestens 18 Jahre alt sein, mindestens 4 Jahre Feuerwehrdienst geleistet und die vorgeschriebenen Lehrgänge erfüllt haben. Der Feuerwehrkommandant ist für die Ausbildung und Einsatzbereitschaft seiner Feuerwehr verantwortlich. Bei Einsätzen im Gemeindegebiet ist er der Einsatzleiter. Zusätzlich berät er die Gemeinde im abwehrenden Brandschutz. In der Freiwilligen Feuerwehr Edling heißt der Feuerwehrkommandant Martin Berndl und der stellvertretende Feuerwehrkommandant ist Günter Wieser. Aber der eigentliche „Boss“ der Feuerwehr, quasi der Chef der Feuerwehrkommandanten, ist der Bürgermeister, in Edling also unser Bürgermeister Matthias Schnetzer. Die Gemeinde ist nämlich der „Träger“ der Feuerwehr.

Die Kommandanten der Edlinger Feuerwehr: Martin Berndl und Günter Wieser.

Eine Schülerin fragt: „Wieso ist die Sirene so laut?“

Die Sirene ist ein auf- und abschwellender Heulton zur Alarmierung von Einsatzkräften und zur Warnung der Bevölkerung. In ländlichen Gebieten ist die Sirene in 600 m Entfernung mit ca. 70 Dezibel zu hören. Die Sirenen werden immer am ersten Samstag im Monat um 12.00 Uhr mittags getestet. So können sich die Feuerwehrleute sicher sein, dass sie auch im Ernstfall funktioniert.

Wenn man die 112 wählt, kann man seinen Notfall der Leitstelle mitteilen, die dann per Knopfdruck die Sirene in Edling auslöst. Dann laufen alle Feuerwehrler sofort zum Feuerwehrhaus und rüsten sich für den Einsatz aus. Die Sirene ist vor allem deshalb so laut, dass immer möglichst viele Feuerwehrler sie hören, auch wenn sie beispielsweise die Fenster ihres Hauses geschlossen haben oder wenn sie Rasen mähen.

Ein Schüler fragt: „Wann rückt die Feuerwehr aus?“

Sicherlich hast du schon einmal den Leitspruch „Retten, Bergen, Löschen & Schützen“ im Zusammenhang mit den Aufgaben der Feuerwehr gehört. Er zeigt wie vielfältig die Aufgaben der Feuerwehrmänner und -frauen sind. Grundsätzlich rückt die Feuerwehr immer dann aus, wenn Menschen- oder Tierleben in Gefahr sind. Dabei unterscheidet man vor allem zwischen Brandeinsätzen und Einsätzen der technischen Hilfeleistung. Die Feuerwehr kommt bei Verkehrsunfällen, Bränden, bei Unwettern, z.B. wenn ein größerer Baum auf Straße liegt, zur Unterstützung des Rettungsdienstes, bei Hochwasser, Katastrophenlagen und zur Abwehr von Gefahren  für die Umwelt, z.B. bei Ölunfällen und Ölspuren auf Straßen.

Ein Schüler fragt: „Wie seid ihr so stark?“
Die Feuerwehren zeichnen sich durch die sogenannte „Mannstärke“ aus. Es geht dabei nicht um die körperliche Kraft, sondern darum, dass wir ein Team aus ganz vielen sind. In der Feuerwehrmannschaft arbeitet man immer in Partnerarbeit und hilft sich gegenseitig. Zusammen sind wir stark!
Die Aufgaben der Feuerwehr werden in Bayern zu 99% durch Freiwillige Feuerwehren sichergestellt. Zu jeder Tages- und Nachtzeit und überall in ganz Bayern helfen Feuerwehrmänner und Feuerwehrfrauen Menschen in Not – und das alles ehrenamtlich! Dieser Zusammenhalt macht uns so stark!

Ein Schüler fragt: „Ab wie viel Jahren darf man zur Feuerwehr?“

Ab 12 Jahren darfst du zu unserer Jungendfeuerwehr gehen. Hier lernst du alle Basics für deinen späteren Feuerwehrdienst. Spaß und Teamwork stehen aber an erster Stelle! Wasserschlachten sind hier garantiert! Ab 16 Jahren darf man zu den „Großen“. Dann darfst du an den normalen Feuerwehrübungen teilnehmen und nach Rücksprache mit dem Kommandanten auch zu Einsätzen mitfahren. Im Einsatz bist du natürlich nie alleine und auch Einsätze in Gefahrenbereichen sind nicht erlaubt. Ab 18 Jahren bist du dann ein richtiger Feuerwehrmann!

Ein Schüler fragt: „Wie war euer erster Tag?“

Lorenz (17 Jahre): „Mein erster Tag bei der Feuerwehr war echt klasse! Ich hatte zwar anfangs etwas Muffensaußen, weil ich nicht wusste, wie die anderen drauf sind, aber das hat sich recht schnell gelegt. Ich habe mich mit allen gleich gut verstanden, weil wir alle auf einer Wellenlänge waren, und ich wurde gleich als vollwertiges Mitglied wahrgenommen.“

Erwin (58 Jahre): „Mit 17 bin ich zur Feuerwehr Siegsdorf gegangen. Als ich das erste Mal im Feuerwehrhaus stand und mir die Fahrzeuge gezeigt wurden, war ich natürlich sehr aufgeregt und begeistert. Eine Jugendfeuerwehr gab es zur damaligen Zeit natürlich noch nicht. Die Truppe war damals ausschließlich männlich. Die Devise war Learning by Doing. Unser Ausbilder, gleichzeitig 2. Kommandant und ein älterer, sehr strenger Mann, hat uns sehr viel beigebracht. Beim ersten Alarm bin ich mit dem Fahrrad und nur mit einem Schlafanzug bekleidet zum Feuerwehrhaus gehetzt. Es war zwar nur eine Alarmübung, doch ich durfte mit ausrücken und eine lange Schlauchleitung verlegen. Ich war so stolz!“

Ein Schüler fragt: „Wie viel verdient ihr?“

In Bayern gibt es aktuell 7.772 Feuerwehren, davon sind 7.552 Freiwillige Feuerwehren, 7 Berufsfeuerwehren, 159 Werksfeuerwehren und 54 Betriebsfeuerwehren. (Stand: 01.01.2020, Landesfeuerwehrverband Bayern)

Die meisten Feuerwehren sind also „freiwillig“, wie auch die Feuerwehr in Edling. Die Feuerwehrmänner und -frauen sind hier ehrenamtlich tätig, das heißt sie verdienen kein Geld mit ihrer Arbeit. Die nächste Berufsfeuerwehr ist in München.
Auch wenn wir kein Geld verdienen, finden wir es ganz toll Mitglied bei der Freiwilligen Feuerwehr zu sein. Hier sind unsere Top-10-Gründe:

  1. Du kannst Leben retten.
  2. Retten, Bergen, Löschen, Schützen – das Spektrum der Feuerwehr ist breit gefächert. Langeweile gibt es also garantiert nicht!
  3. Verantwortung: Du bist ein Vorbild!
  4. Kameradschaft und Zusammenhalt
  5. Freundschaft
  6. Spaß und Interesse an den Übungen
  7. Herausforderungen – hier kannst du über dich selbst hinauswachsen.
  8. Adrenalinkick
  9. Leidenschaft
  10. Fahrzeug- und Technik-Fan: Bei uns kannst du dich austoben.

Ein Schüler fragt: „Wie viele Leute arbeiten in der Feuerwehr?“

In ganz Bayern engagieren sich 326.556 Feuerwehrler, wovon 31.408 (10%) Feuerwehrfrauen sind. In der Freiwilligen Feuerwehr Edling gibt es aktuell insgesamt 46 Aktive, 39 Feuerwehrmänner und 7 Feuerwehrfrauen (15%) in einer Altersspanne von 17 bis 64 Jahren. Neben den beiden Kommandanten, Martin Berndl und Günther Wieser, gibt es noch 9 weitere Gruppenführer, die die Kommandanten bei der Ausbildung der Mannschaft und im Einsatzgeschehen unterstützen.

Eine Schülerin fragt: „Habt ihr Feuerwehrhunde?“

Die Feuerwehr selbst hat keine Feuerwehrhunde. Es kann jedoch passieren, dass wir zu Einsätzen gerufen werden, bei denen Hunde schnellere und bessere Erfolge als Menschen erzielen. Dann bekommen wir Unterstützung von einer Hundestaffel. Feuerwehr und Hundestaffel arbeiten toll zusammen! Die nächstgelegene Hundestaffel ist die Johanniter Rettungshundestaffel Rosenheim, die derzeit 5 geprüfte Hundeteams zur Verfügung hat. Die Ausbildung ist für die Hunde und ihre Trainer sehr zeit- und arbeitsintensiv. Damit im Notfall alles sitzt, trainiert die Hundestaffel zweimal in der Woche in verschiedenen Gebieten, die über den ganzen Landkreis verteilt sind.

Falls auch du Interesse hast, dich für die Rettungshundestaffel zu engagieren, kannst du dich direkt an die Johanniter Wasserburg wenden oder über Facebook unter RHS Rosenheim Kontakt aufnehmen!

Ein Schüler fragt: „Warum ist die Feuerwehr so rot?“

“Feuerwehrautos sind rot! Feuerwehrrot!” Das weiß doch jedes Kind. Aber genau genommen gibt es die Farbe feuerwehrrot überhaupt nicht. Was die meisten meinen, ist die Farbe feuerrot – das bekannte RAL 3000. Für bessere Sichtbarkeit werden zusätzlich immer öfter Leuchtstreifen an Feuerwehrautos geklebt.
Die Farbe der Feuerwehrautos war jedoch nicht immer rot. 1937 war der Farbton nicht mehr erwünscht. Mit der Eingliederung der Feuerwehren in die Polizei wurde festgelegt: Die Einsatzfahrzeuge sind dunkelgrün glänzend zu lackieren. 1942 wurde daraus dann dunkelgrau matt. Feuerwehrfahrzeuge sollten nun nicht mehr auffallen. Engpässe in der Rohstoffversorgung zwangen die Hersteller bereits ein Jahr später, eine aus vorhandenen heimischen Materialien bestehende dunkelgelbe Farbe zu verwenden. Nach dem Zweiten Weltkrieg fand das Farbenwirrwarr ein schnelles Ende und die Feuerwehren kehrten zum gewohnten Rot zurück.

 „Wie viele Autos habt ihr?“
„Warum sind eure Autos so groß?“
„Wie schnell kann euer Auto fahren?“
„Wie viel PS haben eure Autos?“

Die Feuerwehr Edling besitzt drei Feuerwehrautos: Ein Löschgruppenfahrzeug LF16, ein Gerätewagen Logistik 2 mit Zusatzmodul Wasser, und ein Mehrzweckfahrzeug. Das LF 16 wurde 1999 in Dienst gestellt und umfasst neben 1.600 Liter Löschwasser u.a. noch 4 Pressluftatmer (Atemschutzgeräte), eine Wärmebildkamera, Motorsägen, Rollgliss, Hebekissen und Rettungsspreizer. Das LF 16 ist unser erstausrückendes Fahrzeug und unser absolutes Multifunktionstool.
Der GW-L2 ist seit 2010 im Besitz der Feuerwehr Edling. Auf der Ladefläche, die durch eine 1,5 t Hebebühne zugänglich ist, finden sich in verschiedenen Rollcontainern 2.000m B-Druckschläuche, die es ermöglichen, eine lange Versorgungsleitung in kürzester Zeit zu legen. Zusätzlich befinden sich ein Rollcontainer für Notstrom und Licht, 4 Atemschutzgeräte, ein Spineboard, eine Motorsäge, Flutlichtstrahler und vieles mehr in dem Fahrzeug. Weitere Rollcontainer befinden sich immer in Bereitschaft fertig beladen in der Fahrzeughalle unseres Feuerwehrhauses. So haben wir dort einen Unwetter-, Schaummittel,- Öl- und Umweltcontainer, sowie einen Schlauchcontainer als Ersatz und einen universell beladbaren Container in der Vorhaltung.

Unser Mehrzweckfahrzeug wurde im Jahr 2002 in Dienst gestellt und kann als Einsatzleitfahrzeug verwenden werden. Das Fahrzeug ist mit zwei Funkstellen, einem Fax, Telefon und einem klappbaren Schreibtisch ausgestattet. Außerdem befinden sich Kartenmaterial und Einsatzpläne an Bord. Des Weiteren sind beispielsweise ein Ziehfix für Wohnungsöffnungen, medizinische Ausrüstung, verschiedene Feuerlöscher, Absperrmaterial und Öl- und Chemikalienbinder für Erstmaßnahmen in dem Auto.
Im Zuge der Umrüstung auf den Digitalfunk soll das Fahrzeug demnächst entsprechend aufgerüstet werden, so dass aus unserem „11er“ (MZF = Mehrzweckfahrzeug) ein „12er“ (ELW = Einsatzleitwagen) wird. Im Endeffekt soll das Fahrzeug künftig auch überregional bei größeren Einsätzen außerhalb des Gemeindebereiches eingesetzt werden. Vor Ort soll es dann die Einsatzleitung unterstützen und dem Einsatzleiter zuarbeiten, organisatorische Arbeiten übernehmen und den Einsatzkräften den Rücken frei halten.

 

Ein Schüler fragt: „Wie viele Liter kommen aus einem Feuerwehrschlauch?“

In der Feuerwehr unterscheidet man zwischen Schläuchen mit unterschiedlichen Größen, die man als A-, B-, C- oder D-Schläuche bezeichnet. Dabei haben A-Schläuche den größten Durchmesser und werden zur Entnahme von Wasser aus Seen oder Flüssen verwendet. B- und C-Schläuche transportieren Wasser an der Einsatzstelle und D-Schläuche mit dem kleinsten Durchmesser werden hauptsächlich im Innenangriff, also bei Bränden in Häusern und Wohnungen verwendet.

Je nach Druck und Länge der Schlauchleitung variieren auch die Liter pro Minute, die aus einem Feuerwehrschlauch kommen. Eine Faustregel sagt, dass aus einem B-Schlauch 800 Liter und aus einem C-Schlauch 200 Liter (ohne Mundstück, Mehrzweckstrahlrohr) pro Minute fließen.

Ein Schüler fragt: „Müsst ihr Mundschutz tragen?“

Ja, auch die Feuerwehrler trifft die Corona-Krise hart. In einem Einsatz muss es meist schnell gehen und man braucht ganz viele helfende Hände. Eine Situation, die die Feuerwehren vor große Herausforderungen stellt. Ein weiteres Problem ist, dass wir nie wissen, wann der nächste Einsatz kommt. Wenn die Sirene geht, lassen wir alles stehen und liegen und rennen zum Feuerwehrhaus. Und dann, ihr kennt es bestimmt, hat man meist die Maske zuhause liegen lassen. Deshalb stehen gleich am Eingang des Feuerwehrhauses Masken und ein Desinfektionsspender bereit. Beim Umziehen, während des Einsatzes und beim Aufräumen nach dem Einsatz tragen wir immer einen Mund- und Nasenschutz.

Ein Schüler fragt: „Was macht ihr, wenn es pressiert und ihr im Stau steht?“
Wenn wir uns auf einer Einsatzfahrt befinden, bei der eine Notlage vorliegt, dürfen wir von Sonderrechten der Straßenverkehrsordnung Gebrauch machen. Das heißt, dass wir beispielsweise (mit Vorsicht) über eine rote Ampel fahren dürfen. Die Feuerwehr verwendet Blaulicht und das Martinshorn, damit andere Verkehrsteilnehmer erkennen, dass die Feuerwehr diese Sonderrechte im Moment in Anspruch nimmt. Autofahrer, Radfahrer, Fußgänger und andere Verkehrsteilnehmer werden so aufgefordert, den Einsatzfahrzeugen Platz zu machen oder eine Rettungsgasse zu bilden. Wenn wir jedoch trotzdem im Stau oder an einer Bahnschranke stehen, müssen auch wir langsam fahren und warten, schließlich geht Sicherheit vor!